Fotos: NABU, W. Ebbinghaus, HaJo Schaffhäuser
Fotos: NABU, W. Ebbinghaus, HaJo Schaffhäuser

Frühwanderung ins Aschhorner Moor am 21.05.2017

Ein schöner Tag kündigte sich mit einer flachen Dunstdecke im Moor an, als sich 37 Teilnehmer für die Frühexkursion im Aschhorner Moor zusammenfanden.

 

Los ging es mit einigen Erläuterungen zum Hochmoor, zur Torfnutzung und zu den Vernässungsflächen nach Torfabbau. Schon auf dem Gleisdamm, der ins Moor führt, gab es viel zu sehen, eine Vielfalt von, meist zierlichen Blütenpflanzen, hat sich hier mit dem Wegebaumaterial eingefunden, so Vergissmeinnicht, Storchschnabel, Stiefmütterchen, Rote Taubnessel, Gänseblümchen, Nachtkerzen, Kresse-Arten und Blutwurz, sowie Klee-Arten: Ein Nektar-Angebot für Schmetterlinge von Weißlingen über Tagpfauenauge, Bläulingen und Perlmuttfalter.

 

Das Moorhaus und seine Umgebung war die nächste Station. Lautstark begrüßten die hier brütenden Sturmmöwen die Gäste, ließen sich aber nicht weiter stören. Dichte Binsenbestände mit aufquellenden Torfmoosmatten und durchwachsenden Horsten des Scheiden Wollgrases ließen gut das Fortschreiten der Hochmoorvegetation erkennen. Aus der benachbarten Fläche war das ständige Lärmen der großen Lachmöwen-Kolonie als Hintergrund-Geräusch zu hören. Vereinzelt flogen Trauerseeschwalben nahrungssuchend über den Wasserflächen, aber nur wenig Enten und Gänse ließen sich zur frühen Morgenstunde blicken.

 

Nur mit Mühe konnte die Gruppe von der komfortablen Aussichtsplattform des Moorhauses zur Fortsetzung der Exkursion in die weiten Vernässungsflächen bewegt werden. Hier ging es dann an Flächen mit unterschiedlichem Aufwuchs vorbei: Große, dichte Binsenbestände, unterschiedlich ausgeprägte Wollgrasflächen und Birkengehölze. Der Vogel der aufgehenden Sonne war der Fitis-Laubsänger, der flächendeckend vorkommt, ihm folgen der Zilpzalp und in höheren Gehölzen der Buchfink.

 

Eine neu eingestaute Fläche, bezeichnet mit A3/A4, ist großflächig mit dem Scheiden-Wollgras bewachsen und stellt sich derzeit in voller Pracht dar. Teilweise überstaut und mit absterbenden Birken durchsetzt zeigt sich hier ein üppiges Torfmoos-Wachstum. Weiterhin gibt es eine Stelle an einem kleinen Wall, wo sich ein dichter Bestand des Rundblättrigen Sonnentaues eingestellt hat.

 

An der Scheidung gibt es derzeit in einer neuen Fläche Torfabbau. Hier sind die verschiedenen Torfarten, Schilf-, Schwarz-, Weiß- und Schlenkentorf gut zu erkennen, sowohl in den ausgestochenen Torfblöcken wie auch an der Abbaukante, die im Laufe der Hochmoorentstehung hier gebildet wurde.

 

Keschergräben, unterschiedlichen Alters (12, 7 und 2 Jahre), hergestellt für Teilnehmer aus Kindergärten und Schulen, zeigen, wie schnell die Besiedlung mit Torfmoosen an günstigen Orten vor sich gehen kann. Während der jüngste Graben noch frei von jeglichem Bewuchs ist, ist der älteste vollkommen zugewachsen.

 

Vom Aussichtsturm auf der Scheidung gab es dann einen herrlichen Rund-um-Blick, nach dem die Sonne alle Nebel vertrieben hatte und Libellen, Schmetterlinge und Mücken uns begleiteten. Die Vielfalt der Landschaft in der Vernässung zeigt sich durch große Wasserflächen, jetzt auch ausgedehnte Wollgras-Bestände, und der flächig wie streifige Bewuchs mit Birken, dann auch die dunklen, dichten Binsenflächen. Auch Großvögel wie Rohrweihe, Kranich (beide hier Brutvögel), Mäusebussard und Seeadler fühlen sich hier zu Hause.

 

Den Abschluss bildete dann ein Aufenthalt am NABU-Zelt, wo es Informationen in gedruckter Form und in Gesprächen gab mit Kaffee, Tee und Kuchen.

 

Unterstützen Sie mit Ihrer Mitgliedschaft den Naturschutz im Landkreis Stade,
nur noch ein
Klick auf das Piktogramm-->

Druckversion Druckversion | Sitemap
Die Rechte dieser Seite liegen beim NABU Kreisverband Stade e.V.