Fotos: W. Ebbinghaus, HaJo Schaffhäuser
Fotos: W. Ebbinghaus, HaJo Schaffhäuser

Lebensraum Friedhöfe

Manch einem mag diese Überschrift merkwürdig erscheinen; für Naturschützer jedoch ist diese Bezeichnung nicht ungewöhnlich.


Auf einem naturnah gestalteten Friedhof finden zahlreiche Arten einen wertvollen Lebensraum. Ein vielfältiges Mosaik aus Hecken und Gehölzen schafft Brutplätze und Nahrungsnischen für eine ebenso vielfältige Lebensgemeinschaft. Hohe Bäume mit geeigneten Höhlen oder Astgabeln sind eine Voraussetzung dafür, dass sich Fledermäuse oder Eulen ansiedeln können. Und dabei helfen wir vom NABU auch gerne ein wenig nach.

 

Die Friedhofsverwaltungen in Stade, Buxtehude, Bliedersdorf, Borstel und hoffentlich bald noch viele andere möchten die Friedhofsanlagen für die Natur und die Trauergäste attraktiv gestalten.      Darüber freuen wir uns natürlich sehr!

Bei windigem bis stürmischem Wetter und Schlagregenschauern in Stade rückten sieben Aktivisten mit Leitern, Werkzeug und Nistkästen sowie Nistkörben aus. Selbstverständlich waren diese Aktion und die Standorte für die Nisthilfen mit der Friedhofsverwaltung vorher abgesprochen worden.

Im Vergleich zu Vogelnistkästen sind Quartiere für Fledermäuse etwas flacher und haben keine Einfluglöcher, sondern einen spaltförmigen Eingang, der von unten angeflogen wird. Das Holz wird in diesem Bereich etwas aufgeraut, um den Fledermäusen - meist sind es Langohren oder große Abendsegler - die Landung zu erleichtern.
Es wurden aber auch andere Fledermausarten auf dem Friedhof nachgewiesen. Alle Fledermäuse sind in Deutschland geschützt, weil ihr Bestand bedroht ist. Zum Artenschutz trägt insbesondere das Anpflanzen einheimischer Gehölze bei. Nur sie werden von Insekten genutzt, der Nahrungsgrundlage für unsere Fledermäuse.

 

Korbartige Nestunterlagen mit Einstreu sollen Waldorhreulen zur Brut auf dem Friedhof anregen. Diese tagsüber auf Bäumen ruhenden Vögel wurden in den letzten Jahren immer wieder auf dem Friedhof beobachtet. Auch der Bestand der Waldohreule geht lokal und regional zurück; unterstützende Maßnahmen sind also durchaus angebracht. Um die Nistunterlagen in luftiger Höhe zu befestigen, sind Schwindelfreiheit und Geschicklichkeit gefragt. Für den Material- und Werkzeugtransport kam Anglerzubehör zum Einsatz: Ein Kescher an einer Teleskopstange ersparte den Kletterern vom NABU doch etliche Leitersprossen...

 

Wir danken der Stadt Stade und der Friedhofsverwaltung für ihre Unterstützung.

Wenn Sie auch etwas für den Artenschutz tun wollen, helfen Sie uns durch Spenden, eine Mitgliedschaft im NABU oder bei der praktischen Naturschutzarbeit vor Ort.

Unterstützen Sie mit Ihrer Mitgliedschaft den Naturschutz im Landkreis Stade,
nur noch ein
Klick auf das Piktogramm-->

Druckversion Druckversion | Sitemap
Die Rechte dieser Seite liegen beim NABU Kreisverband Stade e.V.